"Und ich sehe nichts, nichts als Malerei"
R. Berger

Rezensionen




Die Aquarelle werden durch die besondere Art der Lasurtechnik - viele äußerst dünne Farbschichten ganz zügig und flächig aufgetragen- zu fast surrealistisch anmutenden Bildern, obwohl es sich immer um eindeutig bestimmbare Landschaften handelt. Die Flächen sind scharf begrenzte nie verwaschen, was die Wirkung verstärkt. Es entstehen tiefe Landschaften, von denen eine eindeutige Stimmung- Morgen, Abend usw. - ausgeht, die zum Durchwandern einladen.

Petra Hartmann, 16.04.2001




Gelungene Premiere: »Bilder im Park« - Hunderte wollten Ausstellung an den Paderquellen sehen

Kunst im Grünen kennt keine Schwellen


Von Andrea Pistorius

P a d e r b o r n (WV}, Kluge Kulturveranstalter mit Bodenhaftung wissen es längst: Die Kunst muss zum Volk kommen und nicht umgekehrt, wenn man viele Menschen aus allen Bildungsschichten für Malerei und dergleichen interessieren möchte. Die Idee des Kulturamtes war also goldrichtig, ein Zelt an den Paderquellen aufzustellen und dort die Arbeiten heimischer Künstler wie in einer Messehalle zu präsentieren. Nach schwachem Start kamen die Besucher in Scharen und mancher Kreativer hat über die drei pfingstlichen Ausstellungstage hinweg mehr Gespräche mit Kunstinteressierten geführt, als es im Verlauf einer herkömmlichen, zumeist mehrwöchigen Werkschau in einer feinen Galerie möglich ist. Die Zufriedenheit auf beiden Seiten von Staffelei und Werkbank fordert eine Fortsetzung der Veranstaltung geradezu heraus.

Die Veranstaltung nannte sich
"Bilder im Park" und bot - auch
wenn das klassische Bild kaum
vertreten war - einen erhellenden
Überblick über die Vielfalt der
künstlerischen. Ausdrucksmöglich-
keiten. Gertrud Blecke zeigte
großformatige Holzdrucke, von
Prof. Dr. Gerd Bauer stammten
die Foto-Collagen und Ingrid
Moll-Horstmann war mit Glasma-
lerei und Objektkunst vertreten.
Die Bildhauer Reinhard Buxel,
Wilfried Hagebölling und Werner
Schlegel arbeiten mit ganz unter-
schiedlichen Materialien; ihre
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Vielfalt der Techniken
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Skulpturen aus Stein, Stahl und
Holz füllen gewöhnlich Säle oder
Plätze, hier waren sie im Tischfor-
mat zu sehen.
Geheimnisvolle Schriftzeichen
setzt Christian Hage auf Stahl-
blech oder Plexiglas, Walther
Schwiete läßt mit Hilfe eines
Filmprojektors einen Kreisel sich
endlos drehen und Monika Teresa
Biesek verwandelt schlichte Efeu-
ranken in kunstvolle Kreise. Klas-
sisch erscheinen da die Aquarelle
von Petra Hartmann und Anke
Schüttfort und nicht zu vergessen
die Zeichnungen von Prof. Walter
Schrader.Die Besucher nahmen sich Zeit
zum Schauen, Fragenstellen und
Weiterschauen. Mancher ent-
schloss sich auch zum Kauf eines
Objekts, viele Abnehmer fand der
Katalogbasar des Kulturamtes.
Die Eindrücke konnten bei einer
Tasse Kaffee im Nachbarzelt sak-
ken, manche, ruhten sich auch
einfach auf dem Rasen oder mit
den Füßen im Paderwasser aus.
Der Messecharakter dieser Aus-
stellung ist ein wesentlicher Teil
ihres Erfolgs. "Es läuft prima",
sagten die Künstler übereinstim-
mend, auch die beiden Galeristen
Monika Hoffmann und Manfred
Web ei waren zufrieden. Und Man-
fred Schlaffer, der Organisator
vom Kulturamt, hofft, dass für
eine Fortsetzung in den nächsten
Jahren Geld zur Verfügung
gestellt wird.
Dann könnte man auch Künstler
am Druckstock oder an der Staffe-
lei zeigen. Musik wäre schön und
ein kreatives Programm für Kin-
der an allen Tagen. Das gastrono-
mische Angebot ließe sich steigern;
denkbar wäre ein zweites Ausstel-
lungszelt oder eine künstlerische
Performance.
Kunst bereichert das Leben in
einer Stadt. Paderborn sollte des-
halb auf »Bilder im Park« nicht
verzichten.



Den Feiertagsspaziergang zu Pfingsten haben viele Paderborner mit einem Besuch der Ausstellung verbunden: In einem Zelt im Grünen läßt sich Kunst offenbar leichter vermitteln als in einem Museum oder in einer Galerie. Außerdem waren die Künstler da, jederzeit bereit zu einem persönlichen Gespräch.
Westfälisches Volksblatt, 14.06.2000